Der lange Weg von Pischingehova nach Hainau
Über die älteste Besiedlung, die Entstehung des Dorfes, ist genaueres nicht bekannt. Es wird angenommen, dass es ein ehemaliger germanisch-römischer Krieger namens Piso war, dem das Dörfchen seinen ersten Namen "Pischingehova" = zu den Höfen des Piso, verdankte.
Urkundlich erwähnt wird der Ort aber erstmals 922, in welcher Erzbischof Herrmann I. von Köln dem Kloster Gerresheim Grundbesitz im späteren Pissighofen bestätigt. Der Ortsname selbst hatte sich in Jahrhunderten u.a. über Bissingofin (1250), Pyssengoiben (1340), Pißschengabe(1361), Pissighoffen (1526) zu Pissighofen gewandelt.
Der Name blieb dann über eine sehr lange Zeit ohne große Probleme bestehen, bis schließlich nach dem 1. Weltkrieg erstmals daran gedacht wurde eine Änderung vorzunehmen.
Hintergrund war der "unanständige Beigeschmack", der schließlich in "St. Urin" seinen Ausdruck fand, was es den Pissighofenern immer schwerer machte, zu ihrem Heimatort zu stehen.
Ein neuer Name muß her
1970 war es dann soweit. Der Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Redert forderte im Juli die Einwohner zu einer Abstimmung über eine Umbenennung auf.
Mit überwältigender Mehrheit von 147 Stimmen zu 8 Enthaltungen bei 13 Gegenstimmen erklärten sich die Pissighofener zur Namensänderung bereit.
Ein kleines Taunusdorf wurde mit einem Male zum bundesweiten Gesprächsgegenstand.
Durch die Anzeigen in den Medien prächtig gefördert gab es aus ganz Deutschland über 150 Namensvorschläge, die zumindest teilweise vom großen Phantasiereichtum ihrer Begründer zeugen.
Der Gemeinderat blieb letztendlich aber bodenständig und wählte den Namen Hainau, einer Gemarkungsbezeichnung an der Miehlener Grenze, an der hier einmal ein Kloster gestanden haben soll.
Am ersten Februar 1971 erfolgte die offizielle Umbenennung. "Pissighofen" verschwand in der Geschichte und "Hainau" nahm seinen Platz ein.
Das Wappen
Selbstverständlich wurde ein angemessenes Wappen geschaffen: der Hainbuchenzweig in der Pfote des Wappenlöwens symbolisiert den Namen. Das Wappentier deutet auf die Zugehörigkeit zum Herzogtum Nassau hin.
