Ziel: Schnell ins Internet
Großes Interesse fand eine Informationsveranstaltung in Himmighofen über den schnellen Internetzugang per Funk. Die dazu notwendigen technischen Geräte wurden eingehend begutachtet. Foto: Norbert Schmiedel
DSL-Projekt Hainau in Himmighofen vorgestellt
Trend der Zeit ist ein schneller Zugang ins Internet. Dort, wo keine entsprechenden Datenleitungen vorhanden sind, lässt sich das per Funk bewerkstelligen. Das Interesse dafür ist groß, wie eine Veranstaltung in Himmighofen mit 80 Besuchern zeigte.
HIMMIGHOFEN. Die Versorgung der Ortschaften Hainau, Eschbach, Gemmerich, Himmighofen und Schweighausen mit DSL per Funk ist vorgesehen. "Das ist das erfreuliche Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen, unsere Ortschaften an das World Wide Web (WWW) anzukoppeln", zog der Himmighofener Ortsbürgermeister und Gastgeber Manfred Wenn bei einer Informationsveranstaltung Bilanz. Die Hälfte der 80 Anwesenden bekundete großes Interesse an einem DSL-Anschluss.
Das Vorhaben trägt den Namen "DSL-Projekt Hainau", weil im Wesentlichen Markus Klotz und Carsten Schmidt aus Hainau Anfang 2006 den entscheidenden Anstoß zu dieser Entwicklung gegeben haben. Beteiligt hatten sich die Ortsbürgermeister der anderen Orte, sodass sich ein zahlenmäßig interessantes Klientel ergab.
WFG ist mit dabei
Mit ins Boot stieg die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft Rhein-Lahn (WFG), für die ihr Geschäftsführer Wolf-Dieter Matern nach Himmighofen gekommen war. Er war sich mit Manfred Wenn und dessen Amtskollegen der übrigen Ortschaften einig, dass die Frage eines DSL-Angebotes "ganz entscheidend ist für die Wahl von Wohnsitzen und Firmenniederlassungen". Daher unterstütze die WFG alle Anstrengungen im Kreis, eine möglichst flächendeckende DSL-Versorgung zu erreichen.
"Eine im ersten Halbjahr 2007 vorgenommene Umfrage im Rhein-Lahn-Kreis hat ergeben, dass 67 Gemeinden von einer DSL-Mangelversorgung betroffen sind." Matern aktualisierte diese Zahl auf inzwischen rund 50. Aus finanziellen, aber auch aus technischen Gründen, wie zu lange Strecken zu Hauptverteilerstationen oder auch zu geringer Nachfrage in der Fläche, habe sich die Telecom mit der Einrichtungen von schnellen Datenleitungen zurückgehalten.
Funk als Lösung
In vielen Ortschaften hätten sich die Gemeindeverwaltungen mit den Bürgern daher nach anderen technischen Möglichkeiten umgesehen. Auch die IT-Branche habe das Manko erkannt und könne inzwischen technisch einwandfreie Systeme anbieten und im ländlichen Raum jedem Interessenten das World Wide Web ermöglichen, führte dazu Geschäftsführer Matern weiter aus. Funk-DSL sei die Lösung überall dort, wo drahtgebundene Versorgung nicht oder nur unverhältnismäßig teuer zu verwirklichen sei. Viele Ortschaften wären so inzwischen mit "ihrer eigenen Funk-DSL" versorgt.
Anbieter gebe es ebenfalls genügend, sodass für jede Region und Topografie die passende Technik zur Verfügung stehe. "Für das DSL-Projekt Hainau ist die Wahl auf die Firma AJE Consulting GmbH & Co. KG aus Roes bei Mayen gefallen", so Matern. Der Projektmanager Marco Brück stellte das Versorgungssystem anschaulich dar. Fragen zur Gerätetechnik beantwortete Projektmanager Mathias Welter.
Das DSL-Projekt Hainau wird vom Einspeisepunkt am Sendemast im Nastättener Johannesgraben versorgt, von dort aus besteht eine direkte Richtfunkstrecke zum DSL-Sendemast auf dem Endlichhofener Wasserhochbehälter. Von diesem Punkt aus erfolgt die weitere Richtfunkverteilung in die anzuschließenden Ortschaften. Voraussetzung ist, dass zu den jeweiligen Empfängern eine Sichtverbindung besteht. Über eine Antenne erfolgt die Vernetzung zum Router. AJE garantiert eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 1000 kBit/Sekunde. Die Anschlussgebühr beträgt 99 Euro und die monatliche Flatrate 33 Euro. (nos)
Quelle: Rhein-Zeitung vom 04.04.2008